Liebe/r Reader,
Vielleicht kennst du diese Sätze: „Lass doch einfach mal los. Es kommt schon etwas Neues.“ oder "Warum hält du da noch fest?"
Mir begegnet dieser Satz ständig. In Yogastunden, in Posts über Vollmondrituale, in Gesprächen mit Menschen, die mitten in Veränderungen stecken.
Und ja, loslassen klingt gut. Vor allem dann, wenn wir ohnehin spüren, dass etwas nicht mehr zu uns gehört.
Doch wenn ich ehrlich bin: Manchmal fühlt sich loslassen gar nicht leicht an.
Heute schreibt dir übrigens Kristina.
Dieses Jahr hat uns ziemlich klar gezeigt, wie viel wir wirklich loslassen mussten: Wünsche, Erwartungen, Vorstellungen… und auch Geld.
Es gab viel Veränderung, Reibung, Schattenarbeit und Stillstand und all die dazugehörigen Emotionen. Dinge, auf die ich absolut keinen Einfluss hatte.
Warum ich gerade jetzt darüber schreibe?
Am Samstag waren Christian und ich in einem sinnlichen Space.
Ich fühlte mich absolut unsinnlich.
Trotzdem wollte ich dem Abend eine Chance geben. Vielleicht sogar gerade mit diesem unsinnlichen Gefühl.
Sinnliche oder s*xy Begegnungen hatte ich nicht. Stattdessen ein Gespräch, das mich völlig unerwartet berührt hat und mich tief spüren ließ, wo ich gerade in meinem Leben stehe.
(Ja, auch dafür sind solche Räume manchmal da …)
In diesem Gespräch wurde mir bewusst, dass es Bereiche in meinem Leben gibt, die mich unglaublich viel Energie kosten. Bereiche, in denen ich kämpfe, mich anstrenge, an denen ich festhalte, obwohl sie mich schon lange müde machen.
Und in mir kam dieser Wunsch hoch: Ich möchte das loslassen und verändern.
Doch wie lasse ich etwas los, das so eng mit der eigenen Geschichte verwoben ist?
Wie können wir Rollen, Erwartungen, Muster loslassen, die wir nicht bewusst festhalten?
Denn loslassen funktioniert ja nicht wie ein Muskel, den ich entspanne.
Ich kann meinen Kiefer lösen. Meine Schultern sinken lassen.
Aber ungeliebte Lebenssituationen? Alte Muster?
Die verschwinden nicht einfach, nur weil ich einmal „Ich lasse los“ denke.
(Schön wär’s.)
Immer wieder merke ich:
Bevor Loslassen überhaupt möglich ist, braucht es zuerst Bewusstsein über die Situation. Wenn Bewusstsein da ist, kann Akzeptanz kommen.
Das ehrliche Anerkennen: Ja, so ist es gerade.
Auch wenn es unbequem ist und ich es gerne anders hätte.
Und das fällt mir am schwersten.
Denn in mir lebt eine Kämpferin, die glaubt, alles zu schaffen, egal wie anstrengend das ist.
Das hat positive und negative Seiten.
Das Positive ist Beharrlichkeit, Stärke und Resilienz.
Das Negative ist: lange an Dingen festzuhalten.
Dann entsteht Widerstand und wir schwimmen gegen das Leben und nicht mit dem Leben.
Und das macht es schwer.
Ich glaube, alle von uns kennen solche Situationen mehr oder weniger:
- Du hältst an einer Beziehung fest, obwohl du spürst, dass sie vorbei ist.
- Du bleibst in einem Job, obwohl du dir schon lange eine Veränderung wünschst.
- Du hältst an Freundschaften fest, die nicht mehr nähren.
- Es begegnen dir immer wieder ähnliche Situationen, in denen alte Muster aktiv sind.
- Oder du hast jemanden verloren – durch Trennung oder durch Tod.
All das sind Momente, in denen es um Abschied, das Ende und gleichzeitig um die Annahme geht.
Als ich dann abends im Bett lag, kam auf einmal eine andere Perspektive.
Eine Meta-Ebene, die ich plötzlich einnehmen konnte.
Und mir wurde dieses Muster von Festhalten und innerem Druck sehr bewusst. Ich konnte es in meinem Körper spüren und sehr klar sehen.
Ich kann nicht sagen, dass es jetzt anders ist.
Aber es hat Bewusstsein geschaffen und das hat etwas in mir weicher gemacht.
Unser Weg mit solchen Situationen umzugehen, ist:
Bewusstsein – Wie ist es gerade? Welche Gefühle sind da? Welche Gedanken?
Annahme – So ist es gerade.
Würdigung – Auch herausfordernde Emotionen und Situationen wollen gewürdigt werden.
Und das kreiert Boden für Veränderung.
Ich glaube, der Loslass-Prozess ist tatsächlich ein Prozess, der Zeit, Raum und Geduld braucht und manchmal Unterstützung.
Mir persönlich fällt das nicht leicht.
Aber auch das ist ein Weg.
Vielleicht möchtest du heute einmal für dich spüren:
- Wo kämpfst du noch?
- Was hältst du fest?
- Und was zeigt sich, wenn du wirklich hinschaust, ohne sofort etwas verändern zu müssen?
Liebe Grüße
Kristina
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Herzliche Grüße
Heart of Tantra
Christian und Kristina
Erfüllte Sexualität, tiefe Liebe und ein geiles Leben. Retreats, Bodywork und Coaching für die Verbindung zu dir selbst und anderen.
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